AZ - Stern des Jahres 2012
Der Stern des Jahres in der Kategorie "Jazz" geht an Michael Riessler.

Michael Riessler: Big Circle
Preis der deutschen Schallplattenkritik 2012

Michael Riessler, Jazzlegende aus München, hat alte und neue Freunde um sich geschart, um mit dem Album „Big Circle“ ein verspieltes, überraschend bizarres neues Werk zu schaffen.

Michael Riessler ist einer der vielseitigsten deutschen Komponisten und Musiker, er bewegt sich zwischen Jazz, Neuer Musik und avancierter Folklore. Mit einer fünfköpfigen Bläsergruppe, zu der noch kaum bekannte Schüler Riesslers gehören, einer Rhythmusgruppe und seinem langjährigen Partner Pierre Charial hat er ein wild verspieltes, bizarres neues Werk geschaffen, das zu den auffälligsten Produktionen des Jahres gehört. Durch das Herüberziehen jeder Art von Cluster-, Kontrapunkt- und Ostinatotechniken aus der E-Musik in den Rock-Jazz-Kontext weckt das Album „Big Circle“ Assoziationen an Frank Zappa. Von einer direkten Beeinflussung kann dabei aber nicht die Rede sein, allenfalls sind die beiden vage eines Sinnes. Riesslers Klang- und Struktursprache hat ihre eigene Unberechenbarkeit, ihr eigenes organisiertes Chaos. Sie kennt Explosionen, schrille Fanfaren, aber auch bestes symphonisches Handwerk. Und die mit computergenerierten Lochkarten (bis kurz vor dem mechanischen Zerreißen) betriebene Drehorgel von Pierre Charial zieht mit ihrem Widerspruch zwischen hochkomplexem Figurenwerk und Jahrmarkt-Sound dem Werk einen ganz spezifischen, schrägen Humor ein.
(Für die Jury: Ulrich Olshausen)

Michael Riessler